…aber es ist schlechter ohne den Schlechten

Postat la: 29.05.2010 16:11 Ultima actualizare: 20.06.2010 20:42

…aber es ist schlechter ohne den Schlechten

Die Regierung übernimmt die Verantwortung für das mit dem IWF übereingestimmte Maßnahmenpaket, zwecks Reduzierung des staatlichen Defizits. Der Ball geht jetzt zur Opposition über. Wenn dort nüchterne Köpfe sein werden, die zugeben, dass auch deren Parteien keine anderen Lösungen haben zur schnellen Reduzierung der öffentlichen Ausgaben, haben wird alle Chancen uns wieder auf die Beine zu stellen, ohne zu viel Geld aus der Tasche zu rücken. Falls jedoch die Oppositionsparteien nicht die Weisheit haben werden, sich von unabhängigen Wirtschaftsberater beraten zu lassen, wird auch in deren Mitte der Machtkampf weitergehen, der IWF wird sine die das nächste Darlehen einstelle, und jeden Tag werden die Kosten der von Rumänien übernommenen Kredite wachsen, bis wann sich die Finanzierungskrise des Staatdefizits so stark ausprägen wird, dass wir nicht mehr über Gehaltsminderungen von 25%, sonder von 50% oder mehr sprechen werden, falls mittlerweile das System noch besteht. Auch die Gewerkschaften sollen nicht vergessen, dass wir in einer globalisierten Welt leben, nicht mehr auf Gheorghiu-Dej-Zeiten, wann ein rumänisches Ereignis im Ausland erst nach zwei-drei Wochen bekannt wurde. Jetzt weiß man in Echtzeit wann die Rumänen auf der Straße sind und protestieren oder wann sie streiken, und die Banken verrechnen für jedes Ereignis höhere Kennzahlen bei den eventuellen Darlehen für Rumänien. Was im Euro-Raum stattfindet, sollte ein großes Alarmsignal auch für unsere Politiker darstellen. Der 750-Millionen-Rettungsplan entstand genau dadurch, dass sich die Euroländer mit finanziellen Schwierigkeiten vom Markt nicht mehr anleihen können, weil die Banken mit den Zinsen zu den Sternen gezogen sind oder ihnen wort-wörtlich die Tür vor die Nase zugemacht haben, wie es mit Griechenland passiert ist.

Es wird für Beamte oder Rentner nicht einfach sein, die angesagten Opferwellen zu bewältigen. Jedoch, falls die nötigen Richtigstellungen nicht durchgeführt werden, werden sie es noch schwerer haben. Einige Politiker sind jedoch anderer Meinungen. Diese sagen dass die jetzige Krise eine Wiederholung deren aus '98-'99 ist. "Wir leben genau so schlecht wie damals, umsonst sind 12 Jahre vergangen", meinen diese. Solche Vergleiche haben jedoch keinen Grund und Boden. Im Vergleich zu '98, ist das BIP pro Einwohner, sowie das Durchschnittsgehalt vier Mal gestiegen: die erste Kennzahl - von 2.000 zu 8.000 Euro, die zweite - von 90 auf 360 Euro. Also, wenn die Gehälter der Beamten mit 25% gesenkt werden, bleibt noch immer drei Mal so viel wie '98. Zusätzlich sollte noch bemerkt werden, dass die Anzahl staatlichen Mitarbeiter zwischen 2005 und 2008 um 30% gestiegen ist. Wenn in der genannten Zeitspanne die Gehälter Hand in Hand mit dem BIP gegangen sind, zeigt sich ein Unterschied in der Erhöhung der Kopfstärke: der 30%-ige Plus der Beamten hat zur Erhöhung der Büdgetgehälter von 7 auf 9,5% des BIP geführt. Andererseits, klagt die IWF genau über diese 2,5%-ige Erhöhung der Gehälter im BIP. Vielleicht das wichtigste, was den Rumänen gesagt werden muss, ist dass es in Krisensituationen keine Wahl zwischen gut und schlecht gibt, es gibt nur negative Lösungen. Wichtig ist, dass die gewählte Lösung weniger schlecht ist. Falls die jetzige Regierung - welche sich aus Langsamkeit bisher nicht bewegt hat - sogar die eigenen Anhänger enttäuscht hat, spielt trotzdem keine Rolle: nicht ein Drittel der Rumänen, sonder alle 22 Millionen spüren die Minderung ihrer Kaufkraft. Weil der Markt durch Inflation und Geldwertverschlechterung die nötigen Berichtigungen durchführen wird. Gehandelt wird jedoch bei den staatsbudgetbezogenen Kapiteln, wo es Probleme gab. Man muss kein Wirtschaftsberater sein um zu sehen, wie groß das Risiko der Zahlungsunfähigkeit ist, solange die öffentlichen Geldern im Durchschnitt 31% des BIP nicht überschreiten, wobei die Ausgaben des rumänischen Staates mit Gehältern und Überweisungen (Renten und Sozialhilfen aller Art) 24% übersteigen. Sollen wir noch danach fragen, warum es kein Geld für ermäßigte Medikamente, für Krankenhäuser oder Schulen gibt? Eine schwach konkurrenzfähige Wirtschaft, wie die rumänische, kann eine Land voller Sozialbeiständern nicht erhalten. Falls die Leiter der Politik und der Gewerkschaften dieses nicht verstehen werden, wird die Lage Rumäniens noch ärger sein. Ein altes rumänisches Sprichwort sagt: es ist schlecht mit Schlecht, aber noch schlechter ohne Schlecht. Wer es nicht kennt, sollte es lernen!

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