Die garstige Presse

Postat la: 25.06.2010 10:44 Ultima actualizare: 25.06.2010 10:45

Die garstige Presse

Wenn die rumänische Presse nicht so viele Schwächen hätte. Sonst hätte sie die Macht gehasst, jedoch respektiert, und hätte nicht versucht, deren Freiheit anzugreifen, wie bereits getan, als die Presse als "Schwachpunkt" oder potentielles Staatsrisiko, bzw. Risiko für die Nationale Verteidigungsstrategie betrachtet wurde. Präsident Traian Băsescu hat jedoch deren sichtbaren Risse ausgenutzt und deren Schimmel entblößt, um die eigenen antidemokratischen Absichten zu rechtfertigen, wie auch den Kreis der Verantwortlichen für den nationalen Niedergang zu erweitern. In den langen Jahren der Liebe und des Hasses mit den "Mogulen" der Presse, hat er entdeckt, welche Pickel gedrückt werden müssen, um danach, grinsend, zu zeigen, dass die gesamte Wange krank ist. Diesmal musste er überhaupt nicht richtig hin sehen: währen das strategische Dokument auf allen Seiten besprochen wurde, ist ein multimillionärer Journalist für Erpressung verhaftet worden, wobei an anderer, derselben Gepflogenheiten, Morallektionen im Fernsehen erteilte.

Seit zwei Jahrzehnten freies Daseins, hat die Presse das Erscheinen und der Vorwärtsdrang einiger indezenten Figuren erlaubt, welche sie jetzt als verwundbar darstellen. Wir sprechen über Journalisten, die Ihre mittels Zeitung oder Fernsehsender erlange Redakteurposition, ihre Macht und ihren Einfluss benützt haben um parallel Geschäfte aufzubauen oder um Geldbeträge oder sonstige Vergünstigungen mittels Bedrohung, Zwang, bezahlte Kampagnen und ähnlichem zu erwirtschaften. Diese waren die Intimfreunde er Links- oder Rechtspolitik. Sorin Roşca Stănescu und Bogdan Chirieac konnten nicht in der "großen Liga" mitspielen, ohne den Segen der Politiker die sie bedient hätten, seien diese Traian Băsescu oder Adrian Năstase. Melania Mandas Vergu hätte keinen staatlichen 4-Millionen-Euro-Vertrag erhalten, bzw. Dan Diaconescu hätte nicht aus der Einzimmerwohnung in die Villa, in Yachts und Privatflieger springen können. Als "ihre Leute" die Wahlen verloren haben oder als sie selbst, aus einem oder dem anderen Grund, in Ungnade fielen, wurden sie entpuppt, wobei sich die Blamage auf der gesamten Zunft augewirkt hat, welche sicherlich nicht besser al diejenige der Politiker wäre.

Die Presse verdient diese unfaire Verallgemeinerung (die allgemeine Masse von Journalisten arbeiten ehrlich, für kleine Gehälter), und zwar (und dass ist eines seiner großen Schwachstellen) weil sie zeitgerecht und definitiv Desinfizierungsmaßnahmen getroffen hat. Sicherlich, Sorin Roşca Stănescu und Bogdan Chirieac wurden aus den Berufsorganisationen ausgeschlossen, sind jedoch im Fernsehen, als Journalisten und Analysten eingeladen - was einer Rehabilitation gleicht. Den Sender Realitatea TV anschauend, weiß ich nicht mehr, wessen Auftritt schwerer zu verdauen ist: diejenigen, des geschwätzigen, eng denkenden Präsidentialberater Iulian Fota, oder diejenigen der undeontologischen Monumentfiguren, meine ehemaligen Kollegen.. Obwohl sie unterschiedliche Ideen zu haben scheinen, wenn wir alle drei in einem Zimmer einsperren würden, könnten sie sich bestens vertragen.

Dem Verständnis der eigenen korrupten Figürlichkeiten gegenüber entspricht, redaktionsmäßig, die Toleranz für die beschleunigte Tabloidisierung. Populistische Kampagnen, tränenerregende Montagen, Eheskandale, Live-Schlägerein, oberflächliche Informationen, Kulturschwund, Agrammatismus - alles findest sich im Überschuss in der heutigen Presse wieder. Diese antwortet somit einem zahlreichen Publikum, welches Emotionen. Skandale sehen möchte, welches zu faul oder zu gehetzt ist, um Reportagen, Untersuchungen oder Analysen zu verarbeiten. Die Qualitätspresse überlebt kaum noch und auch sie muss, hie und da, dem müllabführlichen Publik geben, was ihm zugesteht. Sie hat eine wirtschaftliche Schwachstelle - wer bezahlt heute noch für Zeitungen, wenn man alles kostenlos im Internet nachlesen kann? -, und die Rezession neigt dazu, alles und jedermann zu töten. Sie lebt die eigene ethische und finanzielle Krise durch, welche die ärgste seit 1989 ist, überlappt mit der allgemeinen Krise, deren Ende sie nicht sieht und auch nicht vorahnt. Zum Unterschied vom politischen Raum, hat die Presse keine Möglichkeiten zur raschen Selbstregeneration: Zeitungen sterben manchmal für immer. Mit seinem blutdurstigen Geschmack hat Präsident Băsescu gespürt, dass er jetzt zuschlagen muss, weil die Presse jetzt am stärksten schwankt. Die Macht sitzt ruhig. Weil keine "bestellte Kampagne" der Presse die glorreichen Auswirkungen und Audienz dessen Regierung übertreffen wird.

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