Eine Kugel an die Presse
Eine Kugel an die Presse
"Ein Artikel kann schwerer wiegen als eine Kugel!" Das ist die
einzige Anspielung des Präsidenten, an welche ich denken kann, um
die Anwesenheit der Presse als "Schwachstelle" Rumänien in einem
CSAT-Kommunique (u.A. Höchster Verteidigungsrat des Landes).
Die "militärische" Aussage stammt vom ehemaligen Präsidenten Ion
Iliescu und wurde vor ungefähr 10 Jahren auf scherzhaften Ton
gemacht.
Sie erklärt jedoch eine gemeinsame Auffassung sämtlicher
Machtinhaber Rumäniens der letzten 20 Jahre: für einen Politiker
ist die ideelle Rolle der Presse diejenige, so originalgetreu und
zeitlich wie möglich dessen Ideen, mediatisch verstärkt, an die
Bevölkerung zu übermittel. Ein Sprachrohr. Jedoch sobald sie aus
der Sprachrohr-Stellung heraus springt, also wann sie "Artikel"
produziert, wann sie eine eigene Stimme zu haben beweist und in die
Kommunikation Politiker-Bevölkerung eintritt, gleichdann wird sie
zur Gefahr. Für wen, für den Politiker? Nun, nein, auf keinen Fall,
sondern für das Land, immer für das Ländchen, nicht für mich, meint
erschüttert der benannte Herr. Wir haben also sowohl Ion Iliescu,
als auch Emil Constantinescu und auch Adrian Năstase gehört, mit
deren unvergesslichen "Liebeserklärungen" an die Presse, welche
eigentlich gedacht waren, der vorher genannten den Atem zu
berauben. Wir haben gehört, wie sie der Presse alles Schlechte des
Landes und sämtliche Fehlschläge der Regierung in die Schuhe
geschoben haben. Jedoch hatten solche Aussagen niemals eine
offizielle Form, sie waren niemals in einem Staatsdokument. Der
Absatz in dem die Institution der Presse als eine nationale
Schwachstelle in einem Dokument der CSAT ("Die
Verteidigungsstrategie des Landes") beschrieben wird, ist eine
absolute Neuheit des Băsescu-Regime.
Sicherlich hat die Presse Probleme, arge Probleme, sogar arger als
die "falschen Informationen" und der "Druck der Konzerne auf die
politischen Entscheidungen", welche im CSAT-Dokument aufgelistet
sind. Jedoch sind diese punktuell zu bearbeiten und nicht von der
CSAT. Jeder Journalist verantwortet, solidär oder nicht, gegenüber
seinem Arbeitgeber, für das was er schreibt, sagt und tut. Ich
werde mich niemals solidär bekennen zu einem in Handschellen
abgeführten X, aus dem einfachen Grund, dass dieser ein Journalist
wäre. Ich glaube nicht, dass die Journalisten eine privilegierte
Stellung haben müssen, in deren Beziehung zu den Behörden. Die
Polizei, die Staatsanwaltschaft, die Justiz sollen ihre Pflicht
tun, genau wie im Fall eines jeglichen Bürgers. Was würde jedoch
folgen, nachdem die Presse, als Institution, als Risiko der
nationalen Sicherheit erklärt ist? Welche Institutionen müssten in
Gang gesetzt werden, um dieses Risiko zu beseitigen? Nun, die SRI
(u.A. Geheimdienst), SIE (u.A. Außengeheimdienst), die
Gegenspionage der Armee, ja sogar die Armee selbst, das
Verteidigungsministerium, denn wir sprechen ja über nationale
Sicherheit - richten wir die Kanonen auf die Presse!
Über die groteske Situationskomödie hinweg, liegt eine tief in den
Jahrzehnten der kommunistischen Diktatur liegende Besessenheit, und
zwar die Einreihung all dessens, was der Macht widerspricht, an
allerhöchsten und schwerwiegendsten Stelle: Verschwörung gegen die
soziale Ordnung, Vaterlandsverrat, Attentat an die nationale
Sicherheit. (Gefragt, ob die Presse eine Gefahr für die nationale
Sicherheit darstellen würde, hat Boc nicht nein gesagt.) Und da
wir über die Presse sprechen: man wickelte sich ein Sandwich in
einer Zeitung mit dem Bild Stalin's ein, schmiss die Zeitung in den
Schmutzkorb und man wurde gleich zum Kanal überführt, als Feind des
Volkes.
Ich glaube nicht, dass dieser Absatz zu Journalistenverhaftungen
führen wird, und zwar unter der Anklage der "Verleumdung" der
Regierung und des Präsidenten. Er wurde als Diversion angeführt, um
die Bevölkerung Irre zu führen, damit sie vergisst, dass die
einzigen Schuldigen für das, was in diesem Land vorfällt, die
Mitglieder der hiesigen Macht sind, welche sämtliche Hebeln in der
Hand halten, nicht nur Kugelschreiber oder PC-Tasten.
Für die hiesige Macht existiert der Journalist nicht. Alle, die
nicht bei vorbestellten Kampagnen mitmachen, Journalisten ohne
Rolls und Yachts, welche ihre Arbeit mit Ehrlichkeit durchführen,
existieren für das Regime Băsescu's nicht. Es existieren nur die
Konzerne, diese stehen für die Presse, nur diese sind dem höchsten
Hass des Präsidenten würdig.
Und am bedenklichsten scheint mir die Beschäftigung des
Băsescu-Regimes, einen Schuldigen zu finden. Denn dass heißt, dass
sogar der Bootsmann der PDL (denn der Kapitän des Schiffes Rumänien
war er nie) den Schiffsbruch in Sicht hat.
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1 Comentariu [+] Adauga un comentariu
Ati reusit sa busiti site-ul:
1. Acum traducerile articolului apar in aceeasi pagina, chiar daca eu n-am accesat de nicaieri varianta in maghiara sau germana.
2. Interesant: reclama cu CASCO si sanii rusesti la mijlocul articolului lui CTP: voi va sabotati singuri se pare :))) :))) :)))