Herr Boc, die Bulgaren lachen über unsere Krise!

Postat la: 21.06.2010 11:45 Ultima actualizare: 21.06.2010 12:23

Herr Boc, die Bulgaren lachen über unsre Krise!

Noch eine Illusion ist hin: Rumänien steht ziemlich schlecht da, auch was die politisch-wirtschaftliche Kennzahl "Nachbar's Ziege" (u.A. rumänisches Sprichwort) angeht. Bis vor Kurzem, als sich jemand noch beklagte, wie schwer es uns ginge, schlug man diesem immer mit den Beispielen der Nachbarländer auf den Schädel. Jedoch ist uns die Ziege Bulgariens an die Gurgel gegangen. Der Prämier unserer südlichen Nachbarn hat mit Unverschämtheit erklärt, dass Bulgarien den wirtschaftlichen Problemen besser entgegen kommt als Rumänien. Komischerweise hat ihm der wichtige Herr Baker, Leiter der IWF-Mission für Bulgarien und Rumänien, Recht gegeben und erklärt, dass Bulgarien bereits die wirtschaftliche Besserung eingeleitet hat. Der Satz ist niederschmetternd für Politiker, welche sich vor einigen Jahren noch ärgerten, dass sie vom Westen wie ein Bananenland behandelt wären. Mit anderen Worten, es ist als ob bei uns die Krise nicht einmal richtig begonnen hat, wobei die Bulgaren, geleitet vom Spielerprämier Boiko Borisov, bereits die Wüste durchquert haben?! Ärger ist noch die Tatsache, dass nach der 25%-igen Kürzung der Gehälter, die rumänischen Beamten und Professoren kleinere Einkommen haben werden als die Kollegen südlich der Donau. Am schlechtesten stehen die Ärzte, welche rund 27% weniger verdienen werden als die Bulgaren.

Die Erklärung des Phänomens ist einfach: aus Sicht der Anti-Krise-Maßnahmen, werden wir jahrelang dem dicken Nacken der Bulgaren nachsehen, welcher der politischen Demagogie besser standhält. Man hat unsere Gehälter gekürzt, man hat sie erfroren, jedoch haben sie die Gebühren des steuerzahlenden Privatsektors nicht einmal angerührt. Andererseits stammen 20 der eingeführten Anti-Krise-Maßnahmen von den Gewerkschaftlern oder den Geschäftsleuten. Jedoch haben sie all' das getan, worüber wir sprechen aber nichts tun. Zum Beispiel, hat bei uns Herr Berceanu über die Überversteuerung der Luxuswagen gesprochen. Ein Q7 ist jedoch der Logan der politischen Klasse, gut dass die Eigentümer keine Subventionen diesbezüglich erhalten haben. Andererseits haben die Bulgaren bereits seit langem die Überversteuerung der Autos über 150 PS eingeführt. Ebenfalls haben sie das Rentenalter für Frauen erhöht, gemäß Empfehlung der EU-Kommission - bei uns leitet die Regierung spiegelbildliche Maßnahmen ein und bereitet sich vor das Rentenalter zu senken. Die Versteuerung der Getränke, Zigaretten, Treibstoffe wurde leicht angehoben, wobei die Bekämpfung des Schmuggels nicht als Budgeteinkommensmöglichkeit betrachtet wird.

Praktisch ist Herr Boc ein Prämier der kleinen Reformen, eher einem Sekretär des Bürgermeisteramts ähnlich, nicht eines Regierungschefs. Neulich erzählte Herr Boc triumphierend wie er die Treibstoffquote einiger öffentlichen Behörden gesenkt hat, als ob das die große Anti-Krise-Maßnahme sei. Auch in diesem Fall sind die Bulgaren viel einfacher und effizienter vorgegangen und haben die Anzahl der Dienstwagen von Haus aus gekürzt. Kurz gesagt, hat das Parlament an einem Tag 40 Luxuswagen verloren, wodurch auch der Treibstoffverbrauch und auch die Kosten mit Instandhaltung, Fahrer, usw. weggefallen sind. Der Leiter der Institution, ein bulgarischer Geoană, fährt in einem 10 Jahre alten BMW, ohne damit zu prahlen. Jedoch Emil Boc, Videanu, Udrea sind auch heute keine Krisen-Minister. Sie bleiben noch immer Politiker verkrampft in sterilen Kämpfen mit der Opposition, des Typs "Hee, ihr habt noch mehr gestohlen!". Es ist in Ordnung, Herr Boc, sie haben Recht: die Leute der PSD und der PNL waren Dieben, Inkompetenten, jedoch hat das nichts mit dem zu tun, was sie jetzt tun müssen. Wachen sie auf! Bulgarien rennt uns voran, aber auch Albanien kommt sehr stark von hinten nach.

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