Publicat

8

iunie

2010

17:38

31

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Rumänien – ein Famigliengeschäft

Rumänien – ein Famigliengeschäft

Ich habe den Eindruck gehabt, Hallmark zu sehen. Es gefiel mir sogar: wow, ein Film mit Mafiosi! Die Chefs hinter dunklen Fenstern versteckt, in Limos, die auf dem Asphalt rollen. Die Allee schleicht durch den Wald, die Schranke wird von Muskelpaketen bewacht, die durch Walkie-Talkie kommunizieren. Motorboote fahren herum. Es ist ein geheimer Treffort. Ein Mysterium...

... Bis eines der Fenster hinunterrollt und man Olteanus Kopf erkennt (wie, welcher Olteanu? Fragt Berceanu). Ach, ihr wart das!

Ihr habt mir aber einen Schrecken verpasst!

Ich habe endlich verstanden was ich eben sah: einen Serienfilm mit pathetischen Mafiosi, der wie in Bollywood gedreht wird. Wie sehen pathetische Mafiosi aus? Wie ich sie Sonntag Abend, beim Snagov Palais gesehen habe. Sie haben nichts Blutiges - statt zu schießen, singen sie und geben danach an sie hätten gemordet. Meistens kommen sie mit einer guten Rede davon. So gut, dass du ihnen dein letztes Geld geben würdest, um sich Kaviar zu kaufen. Ihr werdet sagen, sie hätten eure Kassa entleert, aber ihr müsst bedenken, dass ihr nichts gemerkt habt, von alledem. Es ist alles ruhig und gewaltlos vorsichtig ergangen. Sie wollen Rumänien retten und sie tun es, so wie sie gewöhnt sind: auf versteckte Weise. Bei versteckten Treffen. Entfernt von den kranken Rentner. Sie werden Rumänien um jeden Preis retten. Dabei werden sie aber die Opposition in rhetorischen Qualen leiden lassen.

Capo di Tutti hat sie am Sonntag Abend zusammen getrommelt - welch ein liebliches Licht, welch Landschaft, welche Schönheit und welch Filmmusik: vom See her erklingt "Stranger in Paradise", das Lied aus dem Film "Der Pate". Aus dem Wald erklingt, "Awaara Hoon", Filmmusik aus "Der Vagabund". Don Traian hat sie zusammen getrommelt, weil er sie etwas konfus empfindet. Nicht, dass ihnen die Bevölkerung nicht mehr traut ist wichtig, sondern, dass sie einander nicht mehr trauen. Sie flüstern insgeheim mit anderen; manche, die schwachen Herzens sind, laufen zum Gegner über. Capo Bastone (Don Emilio) ist nicht mehr scharfsinnig, zumal er sich von seinen Leuten sabotieren lässt. Dabei hatte der Capo di Tutti nur zwei einfache Sachen verlang: Sparmaßnahmen und ein bisschen Bescheidenheit.

Jeder hat verstanden, was er konnte: manche haben die Automarken weggekratzt. Klügere, hingegen, haben einen Bus gemietet, so wie es die armen Verwandten machen, wann sie auf Hochzeiten fahren. Videanu, Blaga, Berceanu - (die, sobald sie mit der Straßenbahn fahren, bei jeder Haltestelle aussteigen, weil sie das als Standard betrachten) - haben sich auf die 40 Plätze gedrängt und haben Wanderlieder gesungen. Umsonst haben sie sich hinter dem Moos der Bäume versteckt - sie haben sich, wie Rotkäppchen, im Wald verirrt. (Sie wurden jedoch gefunden und auf den richtigen Weg gebracht).

Ich kann die Endszene nicht Vergessen: Don Traian, tragischer als Godfather kombiniert mit König Lear, verlässt den Treffpunkt. Er fährt nachdenklich ein Dacia Logan. Wir sehen die Besetzung, wie einen Schauer. Man hört das höfliche Bellen des schwarzen Hundes der die Allee den ganzen Abend lang bewacht hat. Die Schranke fällt von oben herab, wie ein Ultimatum...

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